Eckenstanzung und Produktionsorte

 

Schwarzer-Punkt-Druckvarianten

Eckenstanzung und Produktionsorte

 

 

Die Ecken von Magickarten werden mit hydraulischen Pressen ausgestanzt.

Manche Karten sind von vorne nach hinten ausgestanzt (frontcut). Frontcut heißt, die Karten zeigten mit der Vorderseite nach oben, als sie ausgestanzt wurden.

Manche Karten sind von hinten nach vorne ausgestanzt (backcut). Backcut heißt, die Karten zeigten mit der Rückseite nach oben, als sie ausgestanzt wurden.

 

Das führt zu verschieden ausgeprägten Graten. Karten mit dem Grat auf der Rückseite sind frontcut und anders herum. Es wird am besten sichtbar, wenn die Karte gegen das Licht gehalten wird:

 

 Links: Frontcut. Der Grat zeigt auf den Betrachter zu. Rechts: Backcut. Die Ecke reflektiert das Licht, wo der Karton während der Stanzung gequetscht wurde.

 

Vorderansicht:

 Links: Frontcut. Die Ecke ist vom Betrachter weggebogen. Rechts: Backcut. Die Ecke zeigt zum Betrachter.

 

Wenn die Stanze nicht akkurat gearbeitet hat, sind weiße Punkte an den Ecken, selbst wenn die Karten frisch gezogen sind (Wenn sie auf der Rückseite sind, is die Karte frontcut and anders herum):

 

Weißer Punkt von der Stanzung an der Ecke. (Bei dieser Karte ist der Punkt auf der Vorderseite, also ist sie backcut)

 

Frontcut-Karten tendieren dazu, Farbe an den rückseitigen Ecken leichter zu verlieren als auf der Vorderseite, weil der Grat sehr anfällig dafür ist:

 

Front cut card with whitened burr.

 

 

 

Manche Editionen wurden in Druckereien hergestellt, die andere Werkzeuge für die Eckenrundung verwendeten. Die Ecken sollten dadurch schöner abgerundet werden, sahen aber in Wirklichkeit eher seltsam aus, wenn sie nicht absolut exakt ausgestanzt wurden (was so gut wie nie der Fall war). Deshalb werden sie als weirdcut bezeichnet. Das folgende Bild zeigt ein extremes Beispiel:

 

 

Weirdcut-Ecke.

 

 

Bisher bekannte Weirdcut-Editionen sind:

- Chinesisch 4te Edition Schwarzrandig

-  Trugbilder (USA dunkel)

- Visionen (USA)

- goldrandige Karten

- T-Chinesisch Portal Three Kingdoms

- S-Chinesisch 6te Edition

- 8te Edition: Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, T- und S-Chinesisch

- 9te Edition: Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, S-Chinesisch

 

 

Zu Beginn waren Carta-Mundi-Drucke grundsätzlich von hinten ausgestanzt. Die ersten bekannten Frontcut-Karten sind:

 

- ein Revised-Edition-Drucklauf

- einige Artistproofs aus Revised Edition

- ein englischer 4te-Edition-Drucklauf

- ein Deutsch-Unlimited-Drucklauf

- zumindest einige Artistproofs aus Italienisch 4te-Edition

 

Ab 1996 ließ Wizards zusätzlich bei mehreren anderen Druckereien in den Vereinigten Staaten Karten drucken, die immer von vorne ausgestanzt wurden.

Bei der 5ten Edition, im Sturmwind- und Urzablock waren der schwarze Rand auf den Rückseiten satt schwarz, während die Gegenstücke aus Belgien eher dunkelgrau waren.

Vorkonstruierte Decks bis 2003 und Startersets für zwei Spieler der 5ten und 6ten Edition sind auch frontcut, selbst wenn sie aus der Druckerei in Belgien stammen. Allerdings weisen sie keine tiefschwarzen Ränder auf der Rückseite auf.

 

Der Druckort folgender Editionen ist fraglich:

 

T-Chinesisch und koreanisch 5te Edition

Schachteln: Made in the USA

Eigenschaften: Backcut, Farbe der Rückseiten wie bei in Belgien gedruckten Sprachen

 

Ab der 8ten Edition (2003) sind manchmal auch europäische Sprachen in den USA gedruckt worden. Sie variieren nicht dermaßen stark in der Farbe und können daher nicht von den Versionen aus vorkonstruierten Decks unterschieden werden. Ab der 9ten Edition sind in Belgien gedruckte vorkonstruierte Decks nicht mehr immer frontcut, die Stanzung variiert bisweilen auch zwischen verschiedenen Sprachen.

Ab Innistrad (2001) sind alle Karten aus Boostern in allen Sprachen frontcut. Kurz vorher waren einige Editionen wieder komplett backcut, zum Beispiel Magic 2011/Aufstieg der Eldrazi (außer englische) und M12. M11 Intropacks haben von vorne und von hinten ausgestanzte Sprachen; bislang sind keine Frontcut-Versionen aus M12-Intropacks bekannt; M12-Eventdecks sind frontcut.

Seit 2013 werden japanische Karten in Japan mit perfekt gearbeiteten Ecken gedruckt. Die Oberfäche glänzt und ist sehr rutschig.